Der evolutionäre Vorteil der Kooperation

Der evolutionäre Vorteil der Kooperation

Der Artikel ist ein Auszug aus dem neuen Buch Management und Buddhismus, Band 1: Lebenskreise – Kampf oder Kooperation von Hans Korfmacher. Zur Beantwortung der Frage, ob unser Leben grundsätzlich „Kampf oder Kooperation“ ist, stellt er verschiedene strukturierende Leitfragen: Ist die Gedankenwelt des Kampfes ein unabänderlicher, gewissermaßen natürlicher Ausdruck der Gattung Mensch, oder ist sie nur eine Ideologie, die das natürliche Sein des Menschen übertüncht? Welche Bedeutung hat die Kooperation für die evolutionäre Entwicklung der Menschheit? Sind Funktionalisierung und Instrumentalisierung biologische, anthropologische, soziologische, psychische oder philosophische Bedingungen für eine produktive Gesellschaft, oder sind sie nur geistige Konstruktionen? Was bedeutet es eigentlich, Mensch zu sein und wie sieht die westliche Vorstellung über den Geist und das Ich aus? Sind die vielen Kriege der Vergangenheit nicht eindeutige Belege dafür, dass der Mensch kriegerisch ist? Das Buch kann von unserer Webseite (siehe unter Bücher) kostenlos als pdf heruntergeladen oder als Taschenbuch bestellt werden.

Folgen wir den Ergebnissen der neueren evolutionären Antrhopologie, unterscheidet sich die kooperative Kommunikation zwischen Menschen deutlich von der Verhaltensweise und den Kommunikationsweisen von Menschenaffen. Wenn Schimpansen auf die Jagd gehen, „kommunizieren sie nicht intentional über die fortlaufende Tätigkeit, und zwar weder um ein Ziel festzulegen, noch um Rollen zu koordinieren…. Grundsätzlich ist es die Konkurrenz der Schimpansen, die es ihnen erschwert, ihre Nahrung mit andern zu teilen.“1 Schimpansen leben mehr oder weniger gleichgültig nebeneinander her.

Verhalten wir uns nicht auch manchmal wie Schimpansen, die zwar ein gemeinsames Ziel haben mögen, sich dann aber im Kampf um die Beute gegenseitig schaden? Wenn in einem Unternehmen der oder die Vorstandsvorsitzende den 300-fachen Anteil vom Unternehmens-Gewinn für sich beansprucht, entspricht dies dann nicht mehr dem für Schimpansen typischen Kampf um die Beute als der menschlichen Fähigkeit zur Kooperation? Was nützen die schön formulierten Ziele einer Stadtverwaltung, wenn jeder weiß, dass am Ende der Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin sich nur zu seinen bzw. ihren Gunsten profilieren will, um wiedergewählt zu werden und die Verwaltungsangestellten für das Erreichen dieses Zieles instrumentalisiert werden? Der Kampf um Gewinn und Profilierung erzeugt bei den Mitarbeitenden jeder Ebene Unzufriedenheit und halb scherzhaft fragen sie: „Ja, sind wir denn in einem Affenhaus?“ Sie sind sich bewusst, dass dieser Kampf nicht der ursprünglichen Kooperationsfähigkeit des Menschen entspricht. 

Doch sind Kampf und Selbstdarstellung nicht immer schon Teil des Lebens? Sind sie nicht ein natürlicher Bestandteil jedes Zusammentreffens von Menschen, durch die die Wirklichkeit erst erzeugt wird? Sind die affenähnlichen Verhaltensweisen nicht das Erfolgsrezept wirtschaftlichen Handelns per se? Inwieweit bietet die Fähigkeit zur Kooperation und Kommunikation überhaupt evolutionäre Vorteile und wie könnten diese konkret aussehen? Ist es nicht offensichtlich, dass der Stärkere sich im Dschungel der Vorzeit durchsetzte, und dass das Gerede von Kooperation und Kommunikation nur einer träumerischen Sozialromantik oder den Wünschen spekulativer Philosophen entspringt? Ist die Konkurrenz nicht doch Grundlage der Evolution?

Kooperation das Erfolgsrezept der Menschwerdung

Die Paläoanthropologie zeichnet ein ziemlich klares Bild darüber, welches Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit evolutionär vorteilhafter war - und vermutlich bleiben wird: 

Auf der Stufe jener menschenähnlichen Wesen, die sich als Gattung „Homo“ vor ein bis zwei Millionen Jahren von denen der Menschenaffen trennt, „setzt eine Gruppe gemeinsam das Ziel fest, ein Beutetier zu fangen.“2 Die Gruppenmitglieder „verteilen die verschiedenen Aufgaben und bestimmen [gemeinsam], wie diese koordiniert werden.“  Die frühen Menschengruppen zeigen damit erste Organisationsfähigkeiten. Sie verteilen Aufgaben und Rollen und koordinieren sich in ihren Handlungen. Anthropologie und Soziologie nennen dieses Verhalten „geteilte Intentionalität.“ Sie befähigt uns, Möglichkeiten, Interessen und Vorstellungen wechselseitig zu verstehen und zu vereinbaren. Geteilte Intentionalität setzt die Fähigkeit zu einem Wissen über die Vorstellung der anderen voraus. Erst diese emphatische Begabung ermöglicht zu wissen, was jemand anderes über das Erreichen gemeinsamer Ziele denkt oder fühlt. Empathie ermöglicht reale Kooperation. 

Im Unterschied dazu beobachten Anthropologen, dass „Affen anderen Artgenossen nicht dabei helfen, Nahrung zu bekommen, selbst dann nicht, wenn es sich um ein Elternteil, ein Kind oder einen Bundesgenossen handelt.“3  In den seltenen Fällen, dass ein Schimpansen-Rudel gemeinsam jagt, nimmt sich der Stärkere zunächst die Beute und frisst alleine. Die anderen müssen zusehen und unter Umständen hungern. Nicht selten wird um die Beute erneut gekämpft. Affen verschwenden durch solche Kämpfe wertvolle Energie, bevor sie ihre Nahrung verzehren. Das ist ihr evolutionärer Nachteil, weshalb sie Affen geblieben sind.

Das menschenähnliche Wesen „Homo“ hingegen kann durch Kooperation derartige Energieverschwendung vermeiden. „Die frühen Menschen teilen ihren Fang immer mit den anderen und zwar nicht nur in ihren unmittelbaren Familien, sondern auch im größeren Umkreis der sozialen Gruppe.“4  Ihnen steht damit ein größeres Energiereservoir zur Verfügung als den Affen, was wiederum mehr Jagd und noch mehr Nahrung ermöglicht. Dieses Mehr an Nahrung und Energie begründet einen gravierenden evolutionären Vorteile des frühen Menschen, weil die gesamte Sippe, einschließlich der Kranken und Schwachen, Nahrung aus der Jagd erhält. Dies erhöht auch die Anzahl und Vielfalt der für die Fortpflanzung zur Verfügung stehenden Individuen. Denn selbst wenn einzelne krank und schwach sind, können sie Träger wichtiger genetischer Qualitäten sein. So wird das genetische Potenzial der Gruppe optimal genutzt. Geteilte Intentionalität und Empathie sind vermutlich die entscheidenden Vorteile der frühen Menschen gegenüber den Menschenaffen. Man kann sie als die fundamentalen Schritte zur Menschwerdung bezeichnen.  

Mitgefühl als Grundlage komplexer Gesellschaften

Geteilte Intentionalität und Empathie sind auch die Katalysatoren für gemeinsame Planung und die Herausbildung komplexer Gesellschaften. „Tatsächlich unterliegt dieses Verhalten [der gemeinsamen Jagd] sozialen Normen, die diejenigen, die nicht teilen, streng sanktioniert. Die Neigung, die Früchte der gemeinschaftlichen Arbeit fair zu teilen, ist bei Menschen besonders stark ausgeprägt. Menschen in fast allen Kulturen haben Normen des Teilens und der Fairness verinnerlicht.“5  Der zunächst nahrungstechnische Vorteil legt auch den Grundstein für die Entwicklung von Werkzeugen im Laufe der Menschheitsgeschichte, weil die zusätzlichen Energiereserven den Luxus des Nachdenkens erlauben.

Während Affen von der Hand in den Mund leben, gestattet das zusätzliche Energiereservoir dem Menschen das Denken und damit einen Blick auf die Zukunft und die Gestaltung des Zusammenlebens.Das Denken, das sich äußerlich als Übergang von der Hand zur Kopfarbeit offenbart, ist ein weiterer wesentlicher evolutionärer Schritt und trennt die Wege von Affen und Menschen endgültig. Das Denken führt zum „Verstehen von Wahrnehmungen“, also zur kreativen Interpretation von Beobachtungen. Denn „der Verstand möchte fassen, was den Sinnen gegeben ist. Die Erkenntnisse leiten sich von der Erscheinungswelt ab, in der wir uns mittels Sinneswahrnehmungen zurechtfinden.“6  

Kreative Interpretation ermöglicht die frühen technischen Entwicklungen. Die Erfindung des Rades etwa war nur deshalb möglich, weil Menschen als denkende Wesen aus den runden rollenden Baumstämmen und deren Nutzen für den Transport von schweren Gegenständen - wie beispielsweise Felsen - die Konsequenz zogen, dass etwas Rundes und Stabiles generell für eine Fortbewegung hilfreich ist. Durch solche nützlichen Erfindungen wächst die Population des Homo habilis (lat.: geschickter Mensch). Auch wenn der Begriff Fortschritt eine Vokabel der Moderne ist, erleben wir seit zwei Millionen Jahren das stetige Fortschreiten unserer geistigen Fähigkeiten. Aufgrund dessen wächst seit etwa einer Million Jahren auch der materielle Wohlstand der Menschheit kontinuierlich an. 

Das Streben Neues, Größeres, Besseres zu erfinden, ist seitdem Teil unseres evolutionären Vorteils. Mit Hilfe von Werkzeugen und Technik, die durch Beobachten und Denken erfunden werden, hat sich das Nahrungsangebot ständig vergrößert. Es entstand ein sich selbst verstärkendes System aus Intelligenz und Bevölkerungswachstum. Auch wenn uns viele einreden wollen, dass Boot Erde sei bald voll, ist eine solche Grenze noch lange nicht erreicht. Denn durch die intelligentere Nutzung der Ressourcen, die uns der Planet Erde bietet, wie beispielsweise durch die Reduzierung der Fleischproduktion und durch eine bessere kommunikative Kooperation auf globaler Ebene, können noch viele Milliarden Menschen mehr gemeinsam auf diesem schönen Planeten leben, ohne ihn zu zerstören. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir die evolutionären Vorteile der Empathie und der geteilten Intentionalität und damit unserer Kooperationsfähigkeit wieder entdecken und besser nutzen. Denn egoistischer Eigennutz ist wie bei Schimpansen im Hinblick auf die Entwicklung evolutionär definitiv nachteilig. 

Kooperation ist seit jeher die Grundlage von Bildung und wirtschaftlichem Handeln

Der Weg vom „Homo“ über den „Homo erectus“ und „Homo habilis“ zum „Homo sapiens“ ist gekennzeichnet durch die wechselseitige Unterstützung in den alltäglichen Fragen der Erwirtschaftung lebensnotwendiger Güter – das, was wir früher gemeinsame Jagd nannten: „Menschen helfen einander unter anderem durch Informationen und erbitten in vielen Situationen Hilfe voneinander. Das Anbieten von Hilfe und das positive Bitten um Hilfe beinhalten so etwas wie Altruismus, wobei ein Individuum seine Interessen denen anderer unterordnet.“7  Ein Helfender vergrößert dadurch „seinen Ruf als hilfsbereite Person, mit der die anderen in Zukunft [mehr] kooperieren wollen.“8  Helfende erlangen in einer Gruppe so stets ein höheres soziales Ansehen und werden für die Fortpflanzung attraktiver - was individuell angenehm als auch für die Gruppe vorteilhaft ist. 

„Wenn Menschen anfangen, wirklich hilfsbereit zu sein, um damit ihr Ansehen zu steigern, und sie damit rechnen können, dass andere auch hilfsbereit sein wollen, beginnen sie, funktional betrachtet, die anderen freimütig über Dinge zu informieren.“9  Das ist Grundlage der Prozesse, die wir heute Bildung nennen. Das Vermitteln von Wissen an die nachkommende Generation basiert auf unserer naturgemäßen Empathie und kommunikativen Kooperation und ist immer uneigennützig motiviert, weil sie die nachfolgende Generation in die Lage versetzt, ihre Zukunft erfolgreich zu gestalten. Die Lehrenden erlangen kaum direkte Vorteile aus ihrer Lehrtätigkeit. Sie spüren aber jene altruistische Freude, dass die Lernenden für ihre Zukunft gut ausgestattet werden. 

Einen rudimentären Altruismus finden wir zwar auch bei Tieren. Wenn beispielsweise Lachse an den Ort ihrer Geburt zurückschwimmen, um dort zu laichen und zu sterben, lassen sie ihr Leben in aufopfernder Weise für das Leben der neuen Generation. Bei uns Menschen hingegen sind das Denken, im Sinne eines empathischen und umfassenden, nicht nur rationalen Austauschs mit anderen und der Interpretation und Verständigung über die gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse, sowie die Vermittlung von Wissen die entscheidenden evolutionäre Vorteile überhaupt. Bis heute wissen sogar Egomanen: Bildung ist das grundlegende Erfolgsrezept jeder Gesellschaft.10 Die Prozesse der Bildung verstärken die Vorteile der sich entwickelnden Menschen, die sich besonders dramatisch beschleunigen, wenn Bildung der gesamten Bevölkerung zugänglich ist. Deshalb ist für die Zukunft der Menschheit bedeutungsvoll, dass wir Bildung nicht weiter ökonomisieren und bei der Ausbildung unserer Kinder nicht auf deren zukünftige Arbeitschancen oder ihren mutmaßlichen Vorteilen im „Kampf des Besten“ schielen. Menschen lernen fürs Leben. Wissen und Verstehen sind grundlegend für ein glückliches Leben. 

Sprache ist Ausdruck umfassender Kooperation

Interessant ist in diesem Kontext die Entwicklung der Sprache. Wir alle glauben, dass die vielfältigen Prozesse des Teilens, der Planung, der Technikentwicklung und der Bildung mit vokaler Sprache stattgefunden haben, weil dies unserer heutigen Erfahrung entspricht. Doch zur großen Überraschung der Anthropologen lebte der Mensch in einem Zeitraum von eineinhalb bis zwei Millionen Jahren ohne eine vokale Sprache. Genetische Untersuchungen zeigen, „dass eines der Schlüssel-Gene für die artikulierte menschliche Sprache in der menschlichen Population vor nicht mehr als 150.000 Jahren erstmals“11  auftrat. Das Fehlen einer vokalen Sprache über weit mehr als eine Million Jahre erklärt auch den enormen Erfolg der non-verbalen Kommunikation, die auf Gestik und Mimik, ja sogar auf Körpergerüchen basiert. Mit Hilfe der non-verbalen, scheinbar intuitiven Beziehungen untereinander identifizieren, interpretieren, differenzieren und verstehen wir innerhalb von Millisekunden jede kleinste Veränderung in unserer Umgebung. So wissen wir bei Vorstellungsgesprächen bereits nach wenigen Sekunden, ob wir mit dem Gegenüber zusammen arbeiten wollen oder nicht. Bei der Suche nach einer Lebenspartnerin oder einem Partner wissen wir oft schon nach wenigen Minuten Blickkontakt oder nach dem gegenseitigen Beschnuppern, ob sie die oder er der Richtige für uns sind. Non-verbale Kommunikation ist kein archaisches Zusatzinstrument, sondern eins der wichtigsten Mittel menschlicher Verständigung. Wir beherrschen es so perfekt, dass wir uns dessen nicht einmal gewahr werden. Allzu oft laufen wir heute aber vor lauter Rationalität Gefahr, diese Fähigkeit zu verlernen oder zu unterschätzen. 

Verbunden mit unserem Vorurteil über die Notwendigkeit einer vokalen Sprache zur Kommunikation ist der Glaube, dass wir für das Wahrnehmen Begriffe benötigen. Wir haben uns so sehr an Wörter und Worte, die wir auch aufschreiben können, gewöhnt, dass uns eine unmittelbare Wahrnehmung fremd erscheint. Doch wie Asanga uns in seinem Modell12  des Geistes erklärt, werden Begriffe erst in der letzten Phase einer Wahrnehmung gebildet: Bevor ich ein Wort für ein Objekt oder eine Situation auswähle, tritt der Geist mit dem Objekt in Berührung. Dadurch erlebe ich primär eine Empfindung, die einer unmittelbaren Wahrnehmung entspricht – einer Intuition. Diese wird nachfolgend mit Erfahrungen in meinem Geist verglichen, so dass ich das Wahrgenommene interpretieren und einordnen kann. Erst nach diesem Prozess der „Unterscheidung“ erfolgt eine begriffliche Zuordnung, wobei Begriffe selbst nur ein Instrument zur Vereinbarung sind. 

Dass diese Erklärung des Wahrnehmungsprozesses nicht theoretischer Art ist, zeigt sich an alltäglichen Erfahrungen wie beispielsweise dem Riechen: Forschende an der Rockefeller University in New York City errechneten, dass der Mensch circa eine Billionen verschiedene Gerüche wahrnehmen kann. „Verwunderlich sei diese enorme Zahl jedoch nicht, schließlich verfüge das olfaktorische [Riech]System über wesentlich mehr unterschiedliche Rezeptoren als die visuelle und die auditive Wahrnehmung.“13  Diese Beobachtung bestätigt, dass das Riechen ohne Begriffe erfolgt, denn wir kennen nicht einmal eine Billionen Begriffe, um Gerüche zu benennen. Schon im alltäglichen Sprachgebrauch fällt es uns schwer, Düfte in Worte zu fassen und nutzen hierfür meist Analogien wie: „Das riecht wie eine Rose.“ Doch der Duft vieler Rosen ist so unterschiedlich, dass diese Analogie – wie jede andere – nur ein schwaches Hilfsmittel zur Verständigung ist.

Die späte Entwicklung des Sprach-Gens belegt auch die These der neueren Genetik, dass sich erst aus einer langjährigen und erfolgreichen geistigen Tätigkeit wie der Kommunikation, die über eine Million Jahre, basierend auf Empathie und geteilter Intentionalität, praktiziert wurde, neue Gene entwickeln. Gene sind eher die materielle Manifestation einer zuvor erprobten Handlung als deren Bedingung. Die klassische, vereinfachende Kausalität, nach der ein vorhandenes Gen erst eine Handlung ermöglicht, können wir auch hier wieder vom positivistischen Kopf auf die realen Füße stellen: Gene entstehen zur Fixierung und gleichsam Automatisierung einer bereits evolutionär erfolgreichen Handlung. Erst erfolgreiche Kommunikation hat ein Sprach-Gen hervorgebracht. Die philosophische Konsequenz ist klar und eindeutig: Das Bewusstsein bestimmt das Sein. 

Ohne kommunikative Kooperation verkümmert der Mensch 

„Noch spannender ist es sich vorzustellen, wie Sprache aussähe – falls wir sie überhaupt noch so nennen würden – wenn sie sich nicht im Kontext der Kooperation, sondern im Kontext einer Konkurrenz entwickelt hätte. In diesem Falle gäbe es keine gemeinsame Aufmerksamkeit und keinen gemeinsamen Kommunikationshintergrund, und deshalb könnten Handlungen, die Beziehungen bezeichnen, nicht auf menschenähnliche Weise vollzogen werden. Jedenfalls nicht im Hinblick auf Perspektiven oder abwesende Gegenstände. Es gäbe keine kommunikative Absicht und daher auch keinen Grund für mich herausfinden zu wollen, warum jemand mit mir zu kommunizieren versucht. Und es gäbe keine Kommunikationsnormen und keine Kommunikationskonventionen [also Sprache], die nur entstehen können, wenn Personen ein gemeinsames, kooperatives Verständnis und Interesse haben. Ohne die Motive des Informierens und Teilens könnte die hypothetische, kompetitive Form der Sprache nur für Zwang und Täuschung benutzt werden – und nicht einmal dafür, da die Kommunizierenden aus Mangel an Vertrauen nicht zusammenarbeiten könnten, um ihre Botschaften zu übermitteln. Daher kann es keine Sprache, wie wir sie kennen, auf der Grundlage von Konkurrenz geben.“14  

Beleidigungen und Shitstorm, Abwertungen und Aggression, Missbrauch und Instrumentalisierung, wie wir sie oftmals im Internet oder im beruflichen Umgang erleben, gehören jedenfalls nicht zu einem menschlichen Leben, das durch Empathie und Kooperation evolutionär erfolgreich war und ist. Die Existenz der Sprache ist ein offensichtlicher Beweis hierfür und belegt, dass die These vom „Kampf ums Überleben“ eine von Herrschaftsbestrebungen fehlgeleitete Interpretation der Lebenswelt ist. Es war nicht der Keulen schwingende, sich brutal durchsetzende Individualist, der sich -  einsam in seiner Höhle sitzend - als Egomane in der Evolution des Menschen durchgesetzt hat. Und es sind auch nicht die auf Selbstvorteile gedrillten Manager, Politiker und Politikerinnen, die die Zukunft der Menschheit produktiv gestalten werden. Die von einigen Kampf-Coaches angebotenen Management-Trainings, in denen Mitarbeitende durch die Beobachtung von Affen ihre Willensdurchsetzung einüben sollen, können daher nur als überflüssigen Blödsinn eingestuft werden, die den Geist von Mitarbeitenden und der jeweiligen Unternehmen beeinträchtigen. Das Leben der Menschheit basiert seit jeher auf kommunikativer und kreativer Kooperation, die man auch nicht bei einem Überlebenstraining erlernen kann. Verkümmert die kommunikative Kooperation aber, verkümmert die Menschheit.

Der evolutionäre Nachteil des Ellenbogen-Verhaltens wird selbst bei den Menschenaffen offenbar: „In einer Untersuchung benötigten Schimpansen einen Partner, der ihnen helfen sollte, an Futter heran zu kommen. Zwei potenzielle Partner standen zur Verfügung. Ein Partner stellte sich als ungeeignet heraus – ein dominantes Männchen, das gewöhnlich versuchte, die Situation an sich zu reißen – während der andere sich als guter Partner erwies. Nach nur kurzer Erfahrung mit beiden Partnern begannen die Schimpansen, fast ausschließlich den Kooperativeren zu wählen. Das zeigt, dass nicht-kooperierende Individuen einen Preis für ihre Selbstsüchtigkeit und ihr Konkurrenzgebaren zahlen, indem sie von attraktiven Gelegenheiten für Zusammenarbeit ausgeschlossen werden.“15  

Das Echo einer auf Konkurrenz und Egozentrik ausgerichteten Handlung vernehmen Schimpansen genauso unmittelbar wie Menschen. Wenn egozentrische Menschen glauben, sie könnten alleine eine Organisation leiten und steuern, dann ist das Scheitern gewiss. Erfolgreiches Management basiert auf Empathie, stimuliert mit altruistischer Motivation die Kooperationsfähigkeit von Mitarbeitenden untereinander sowie deren Zusammenarbeit mit Liefernden und versetzt sie in die Lage, mit den potenziell an Produkten und Dienstleistungen interessierten Menschen im Markt bedürfnisorientiert zu kommunizieren.

Kommunikativ Handelnde verständigen sich über ihre Lebenswelt

Mit diesen Erkenntnissen aus der Anthropologie werden auch die weitreichenden Thesen von Handlungs- und Kommunikationstheoretikern, die Jürgen Habermas in seiner „Theorie des kommunikativen Handelns“ nachzeichnet, gewissermaßen experimentell bestätigt: „Die kognitive Entwicklung [des Geistes] im engeren Sinne bezieht sich auf Strukturen des Denkens und Handelns, die der Heranwachsende in aktiver Auseinandersetzung mit der äußeren Welt erwirbt.“ Dies entspricht der „Bildung eines äußeren und eines inneren Universums“, was durch die „Wechselwirkung zwischen dem Subjekt und den Objekten der Welt und zwischen dem Subjekt und den anderen Subjekten [ermöglicht wird]. Während der Kontakt mit der äußeren Natur den konstruktiven Erwerb des intellektuellen Normensystems vermittelt, bahnt die Interaktion mit anderen Personen den Weg zum konstruktiven Hineinwachsen in das gesellschaftlich anerkannte System moralischer Normen.“ In diesem Prozess können wir beobachten, „dass jede Wechselwirkung zwischen Subjekten diese gegenseitig modifiziert. Jede soziale Beziehung ist also eine Totalität in sich, die neue Eigenschaften schafft, indem sie das Individuum in seiner geistigen Struktur transformiert.“16  Kommunikatives und kooperatives Handeln „bedeutet daher allgemein die Dezentralisierung eines egozentrisch geprägten Weltverständnisses“, was nichts anderes als Einfühlungsvermögen ist, indem ich meine eigene Weltsicht zurücknehme, mich in die Welt der umgebenden Subjekte hineinbegebe und hieraus  eine Transformation meines Geistes produktiv erlebe. „Jeder Akt einer Verständigung [zwischen Individuen] lässt sich somit als Teil eines kooperativen Deutungsvorgangs begreifen, der auf intersubjektiv anerkannte Situationsdefinitionen abzielt.“ In diesem Prozess verständigen sich „kommunikativ Handelnde stets im Horizont einer Lebenswelt“, die sich „aus mehr oder weniger diffusen Hintergrundüberzeugungen [bzw. Kommunikationshintergründen] aufbaut“. Dieser „lebensweltliche Hintergrund steht [im Alltag] als Quelle für Situationsdefinitionen“17  zur Verfügung. 

Aufgrund der anthropologischen Untersuchungen können wir zusammenfassen: Menschliche kooperative Kommunikation ist durch den Wunsch zum Teilen von Informationen motiviert. Hieraus ergeben sich viele Vorteile für die Gemeinschaft: Mehr Nahrung und Wachstum der Gruppe, innovatives Denken und die Fähigkeiten zur Werkzeugherstellung, Bildung, Technologieentwicklung. So konnten wir, die „homines sapientes“ (dt.: die weisen Menschen) entstehen. Menschen unterscheiden sich durch Empathie und geteilter Intentionalität von den Affen. Menschsein impliziert kooperativ, kreativ und kommunikativ mit einem altruistischen Motiv zu leben, die Gemeinschaft zu stützen und zu fördern, Informationen zu teilen, Materielles zu geben. Dieses Verhalten des „kommunikativen Handelns“, das wir auch nur als sozial benennen können, ist die Basis für den Erfolg des weisen Menschen.

Von der Sippe zum Weltbürgertum

Aufgrund des altruistischen Verhaltens entstehen in der Menschheitsgeschichte Gruppen, in denen sich Individuen sicher und wohl fühlen. Es bilden sich Stämme, Sippen und andere Formen sozialer Strukturen. Über die Jahrhunderte entstehen dadurch über 6000 verschiedene Sprachen, die teilweise noch heute existieren. Die Sprachwerdung ist ein einmaliger kultureller Prozess, der lokale und regionale, nachfolgend kulturelle, ökonomische, politische und nationale Identitäten entstehen lässt. „Diese Dimension der Imitation/Konformität, Solidarität/Zugehörigkeit [legt] die Grundlage für eines der drei Grundmotive des Kooperationsmodells menschlicher Kommunikation: den Wunsch, Gefühle und Einstellungen mit anderen zu teilen.“18 Hieraus erwachsen gesellschaftliche Normen, die historisch entwickelte Übereinkünfte sind, „die als handlungskoordinierende Mechanismen nur in der Weise funktionieren, dass sich die Interaktionsteilnehmer über die beanspruchte Gültigkeit ihrer Äußerungen einigen, d.h. Geltungsansprüche, die sie reziprok erheben und intersubjektiv anerkennen.“19 

Die zunächst noch kleinen Organisationsformen wie Sippen und Stämme vereinigen sich über Jahrhunderte zu immer größeren Einheiten. In den ersten Siedlungsgebieten der frühen Bauern in Europa und Kleinasien bilden sich erst die Stadt-Staaten, wie die der Sumerer und Griechen. Diese vereinen sich im Laufe der Zeit zunächst zu kleineren, dann immer größeren Einflussgebieten: Griechenland, das Reich Alexander des Großen, das Römische Reich bis hin zum Britischen Empire. Ähnliches geschieht in allen Teilen der Welt: In Indien und China sind große staatsähnliche Organisationseinheiten schon weit vor den Stadtstaaten der Sumerer und Griechen bekannt. In Süd- und Mittelamerika kennen wir die riesigen Staatsgebiete der Inkas und Majas. Doch alle Imperien zerfallen. Ein ständiger Wechsel zwischen Fürstentümern und Königreichen, autonomen Gebieten und riesigen Konglomeraten findet über Jahrhunderte statt. 

Erst im Zuge der französischen und amerikanischen Revolutionen entstehen die Nationalstaaten, wie wir sie heute kennen, mit denen wir uns allzu oft identifizieren, als hinge unser Leben davon ab. Doch die Entstehung auch dieser Gesellschaftsgebilde ist nur temporär, weil grundsätzlich alles in Bewegung ist und bleibt. Schon bald vereinigen sich die Nationalstaaten zu überregionalen Bünden, beginnend mit den Vereinigten Staaten von Amerika als erste Föderation von Staaten. Im 20. Jahrhundert entstehen nacheinander die Union der Sowjetrepubliken, die Union der Indischen Bundesstaaten und die Europäische Union. Obwohl nicht offiziell so benannt, ist auch China ein Bund verschiedener Staaten.

Die Gründung des Völkerbunds im 20. Jahrhundert ist der erste Versuch der Kooperation von Staaten unabhängig von politischen Wertevorstellungen. Der Versuch scheitert, weil die Herrschaftsinteressen in Europa noch von autoritären und narzisstischen Führern angetrieben sind. 1931 gründet das Vereinigte Königreich (UK) alternativ das Britische Commonwealth als erstes globales Bündnis ehemaliger britischer Kolonien. Es soll über funktionale Handelsbeziehungen den Einfluss der Krone sicherstellen. Bis heute akzeptieren immerhin sechszehn Staaten, unter ihnen Kanada, Australien und Neuseeland, die britische Königin als ihr Staatsoberhaupt. Dem Commonwealth gehören aktuell 54 Staaten mit ungefähr zwei Milliarden Menschen an. 

Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Notwendigkeit zur globalen Kooperation so enorm, dass die Vereinten Nationen (UN) im Herbst 1945 mit zunächst 51 Staaten gegründet werden. In dem Gründungsvertrag heißt es: 

„Wir, die Völker der Vereinten Nationen - 
festentschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, 
die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat 
und unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, 
an die Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, 
an die Gleichberechtigung von Mann und Frau 
sowie von allen Nationen, ob groß oder klein erneut zu bekräftigen, 
sind entschlossen Bedingungen zu schaffen, 
unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen 
aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, 
den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard 
in größerer Freiheit zu fördern, 
und für diese Zwecke Duldsamkeit zu üben 
und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, 
um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, 
Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, 
dass Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, 
und internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, 
um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern, 
haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele 
zusammenzuwirken.“20 

Auch wenn dieser Satz der Präambel nur schwer lesbar ist, drückt er das wunderbare Ziel eines Weltfriedens aus, der die Würde aller Menschen schützen soll. Hätten wir diese Ziele schon verwirklicht, würde das Leid in der Welt deutlich kleiner sein. Sie bleiben daher eine stete Herausforderung an unser Leben, in welcher Organisationsform auch immer. 

Aktuell wird diese Arbeit noch vom Gezerre der Veto-Mächte und ihren partikulären Interessen behindert, die, wie im syrischen Bürgerkrieg sichtbar, Hunderttausende sterben lässt. Aber das Ende auch dieser Phase ist bereits absehbar. „Die Politik begegnet gesellschaftlichen Problemlagen nicht mehr nur innerhalb des institutionellen Rahmens von Nationalstaaten oder als intergouvernementaler [zwischenstaatlicher] Regelung [wie in der Europäischen Union]. Nach zwei, drei Jahrzehnten der unerhörten Kreativität und Zerstörungsgewalt einer politisch gewollten Globalisierung steht das Verhältnis von Politik und Gesellschaft als solches zur Diskussion. Die Agenda der Weltpolitik wird nicht mehr in erster Linie beherrscht von zwischenstaatlichen Konflikten, sondern von einem neuen Thema: Es geht um die Frage, ob die internationalen Konfliktpotenziale so weit beherrscht werden können, dass sich aus einer – bislang unwahrscheinlichen – Kooperation der Weltmächte global wirksame Normen und Verfahren und entsprechend weiträumig greifende politische Handlungskapazitäten entwickeln können.“21  

Die „Kooperation der Weltmächte“ ist das Gebot für das 21. Jahrhundert und es ist eine Anforderung, die WIR nur gemeinsam erfüllen können. Der Internationale Seegerichtshof sowie die Schaffung des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag sind hervorstechende Beispiele moderner Kooperationsfähigkeit, um Tyrannen -  welchen Lagers auch immer -  zukünftig nicht mehr ungestraft davonkommen zu lassen. Die Konflikte im Nahen Osten, in Nord- und Zentralafrika, in den Staaten des Kaukasus, Himalayas oder Südamerikas sind die Versuchsfelder der modernen globalen Kooperationsnotwendigkeit. Denn eins ist klar: Eine kriegerische Lösung von Konflikten ist seit der Erfindung der Atombombe unmöglich geworden. Deshalb musste Russland in den 1990er Jahren zu sehen, wie ihr Verbündeter Serbien völkerrechtswidrig bombardiert wurde. Deshalb muss der Westen aktuell zu sehen, wie die Krim von Russland ebenso völkerrechtswidrig annektiert wird. Die Konsequenz und Forderung aus dieser Situation lautet: Alle Staaten eines erweiterten Europas – einschließlich Russland, Ukraine, Moldawien, Georgien und andere – sind gefordert in einer gemeinsamen Union ihre Kooperationsfähigkeiten zu fördern und zu praktizieren. 

Die politischen und sozialen Organisationsmodelle, in denen wir uns als Menschen miteinander abstimmen und kooperieren, Vertrauen schaffen und unser Leben gestalten, sind so vielfältig wie unsere kulturell gewachsenen und sich stetig verändernden Kommunikationshintergründe. Die Aggressionen der vergangenen Jahrhunderte, bis hin zu Genoziden und Holocaust, stärkt heute die Einsicht, dass die Gattung Mensch nur dann weiter existieren wird, wenn sie die menschentypische kommunikative Kooperation und Empathie wieder belebt. Unsere menschliche Fähigkeit zur kommunikativen und kreativen Kooperation ist zurzeit mehr denn je erforderlich, um die globalen Aspekte des Lebens auf unserem Planeten zu koordinieren. In diesem Sinne fordert  der Dalai Lama uns auf, „auf der Basis von Mitgefühl und Verständnis [zu] begreifen, dass die ganze Menschheit zusammengehört. Die Welt rückt durch technische Entwicklung und moderne Kommunikation zusammen. Wir bilden neue Einheiten und die gegenseitige Abhängigkeit ist groß. Die Vorstellung der Trennung in WIR und die anderen ist heute bedeutungslos. WIR sollten unsere Abwehrhaltung und das Ziehen von Grenzen endlich überwinden. Was wir heute wirklich brauchen, ist ein Sinn für universelle Verantwortung. Positive Emotionen wie Mitgefühl, Achtung und Zuneigung sind entscheidend, um die Einheit der Menschheit zu verwirklichen.“22


Quellenangaben:
1 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.170
2 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.202
3 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.203
4 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.201
5 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.201
6 Hann Arendt, Vom Leben des Geistes, S. 66
7 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.210
8 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.216
9 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.219
10 Einer der wesentlichen Ursachen dafür, dass in Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit trotz der Krise der Wirtschaftssystems bei 8% und nicht wie in Spanien über 50% liegt, ist das Duale-Ausbildungssystem mit Lehre und Berufsschulen. Wäre Deutschland in den 1990er Jahre der Forderung der liberalen Marktradikalen gefolgt und hätte das Duale-Ausbildungssystem abgeschafft, weil dies für Unternehmen angeblich eine finanzielle Belastung darstellt, würden wir vermutlich heute wie in Frankreich und Großbritannien eine Jugendarbeitslosigkeit von ca. 25% erleben.
11 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.220
12 Ansangs Modell über den Geist und seine Geistesfaktoren ist Schwerpunkt im Band 32 der Serie Management und Buddhismus.
13 Frieder Wolfsberger, Mensch nimmt eine Billionen Düfte wahr, Spektrum.de vom 22.3.2014
14 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.361
15 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.217
16 Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Band 1, S. 105
17 Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Band 1, S. 107
18 Michael Tomasello, Ursprünge der menschlichen Kommunikation, S.228
19 Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Band 1, S. 148
20 Siehe hierzu http://www.un.org/Depts/german/un_charta/charta.pdf
21 Jürgen Habermas, Zur Verfassung Europas, S. 84
22 Dalai Lama, Buch der Menschlichkeit, zitiert nach: Tibet und Buddhismus, Magazin für tibetischen Buddhismus im Westen, Nr. 100, 1/2012, S. 7

 

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Dr. Gabriele Reiterer Montag, 10 August 2015 19:28 gepostet von Dr. Gabriele Reiterer

    Ein wunderbares Buch. Ein kluges Buch. Ein inspirierendes Buch. Ein Buch das Kraft, Freude, Fülle und Glück schenkt.
    Ich danke Hans Korfmacher für dieses Geschenk und gratuliere ihm und dem Verlag zu dieser Veröffentlichung.

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