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Leben & Sterben

  • In unserer westlichen Kultur trennen wir das Leben vom Sterben, glauben an ein endgültiges Ende des Geistes, wenn der Körper unwiderruflich und sichtbar aufhört zu existieren. Diese nihilistische Sichtweise aber erzeugt Angst vor dem Tod, die unsere Gesellschaft und unser Denken so sehr dominiert. Nur deshalb versuchen wir, in unserem Leben alles zu besitzen und zu erleben. Habgier, Zorn, Hass und andere schädigende Geisteszustände sind die Folgen. So wie Sokrates die Unsterblichkeit des Geistes in einem Gespräch mit Freunden kurz vor seinem Tod dargelegt hat, haben Buddha Sakyamuni und viele buddhistische Meister aufgezeigt, dass der Geist ein Kontinuum ist, ohne Anfang und ohne Ende. In dieser Rubrik veröffentlichen wir Artikel und Gedanken, die helfen mögen, dass jeder und jede sich dieser Wirklichkeit annähern kann, weil mit jeder Meditation hierüber die Angst vor dem Tod langsam verschwindet und stattdessen vielfaches und einfaches Glück entsteht.

Vom freien Willen

Vom freien Willen

von David Zweistein Seit Jahrhunderten debattiert die westliche Welt immer wieder den Begriff des »freien Willens«. Doch bis zum heutigem Tage ist keine Einigung zwischen den beiden Position – es gibt ihn oder es gibt ihn nicht - in Sicht. Im Gegenteil: Die Meinungen hinsichtlich der Frage, ob der Mensch über eine »Willensfreiheit« verfügt, könnten unterschiedlicher nicht sein. Daher ist eine grundsätzliche Betrachtung der Frage, ob und inwieweit ein »freier Wille« existieren kann, immer noch von Bedeutung. In der Debatte wird üblicherweise zunächst der Versuch unternommen, den Begriff »Freiheit« zu definieren. Beispielsweise unterscheidet Robert Kane (Jahrgang 1938, University of Texas, Austin, Texas, USA) in seinem Werk A Contemporary Introduction to Free Will zwischen „oberflächlichen...

No comments 28-08-2015

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Wenn sich der Geist vom Körper löst

Wenn sich der Geist vom Körper löst

Geshe Pema Samten entschloss sich mit zwanzig Jahren Mönch zu werden und trat in das Tashi Dargye Kloster in Osttibet ein. Zwei Jahre später ging er ins indische Exil und studierte an der Klosteruniversität Sera-Je, wo er den höchsten akademischen Grad des Lharampageshe erhielt. Danach kehrte er ins Tashi-Dargye Kloster zurück, dessen Abt er bis heute ist. Unter seiner Leitung wurde das Kloster in den vergangenen Jahren wieder aufgebaut. 2003 kam Geshe-la auf Anregung des Dalai Lama nach Hamburg und unterrichtet seither am Tibetischen Zentrum in Hamburg sowie seit 2005 am Tibet-Zentrum Samten Dargye in Hannover. Im vorliegenden Essay beschreibt er die Prozesse während des Sterbens. Die von seinem Schüler Frank Dick angefertigte Übersetzung wurde für diese Veröffentlichung sprachlich überar...

No comments 14-05-2014

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